Als ich vor Jahren für Levi’s arbeitete, waren drei Worte aus keinem Briefing wegzudenken: „American. Male. Rebellious.“ Das war der Kern der Positionierung. Das Herz der Marke. Auf dieser Basis sind ikonische Werbemomente wie die mit Brad Pitt und Tatjana Patitz entstanden, die die Marke begehrt gemacht haben.
Heute gibt es kaum noch Marken, die so klar positioniert sind – bei Levi’s sieht man stattdessen schmalbrüstige Jungs und schlecht gelaunt dreinschauende junge Frauen. Aber nichts, was auch nur die geringste Kante vermittelt.
Levi’s ist nur ein Beispiel für dieses Phänomen. Warum entscheiden sich mehr und mehr Marken für eine – nennen wir es einmal: kantenlose Positionierung? Warum suchen Marken nicht die Einzigartigkeit, die ja eigentlich die Grundidee von Marke ist – das Monopol im Kopf der Konsumenten?
Hier sind meine drei Thesen warum das so sein könnte.
Die wollen das nicht
Möglicherweise ist es in der modernen Welt besser, everybody’s darling zu sein, als eine klare Aussage zu treffen. Klare Aussagen können polarisieren, oder – Gott bewahre – irgend jemanden empören, nicht ausreichend wertschätzen oder sonst irgendwie triggern. Wer nichts sagt und lieber mit Wattebällchen wirft, trägt im Zweifelsfall auch keine Verantwortung.
Die können das nicht
Es fehlt das Handwerkszeug und die Erfahrung, um eine klare Kante zu erarbeiten. Das psychologische Hintergrundwissen, um herauszufinden, welche Geisteshaltung Menschen antreibt. Die handwerkliche Fähigkeit, klare Headlines zu schreiben (und zu erkennen), die harte Aussagen sind und nicht nur nette Wortspiele.
Die wissen das nicht
Vielleicht die schrecklichste aller Möglichkeiten: Die Verantwortlichen wissen nicht, wie spezifisch eine Positionierung sein muss, um erfolgreich zu sein. Weil sie die Mechanismen nicht kennen, die eine Positionierung anspricht.
Nicht wollen. Nicht können. Nicht wissen.
Was meint ihr?
Immer neugierig bleiben. Immer mehr wissen wollen. Der Klügere gewinnt.
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Was wir machen ist Science Fiction. Nicht.
Isaac Asimov hat nicht nur die drei Robotergesetze erdacht, sondern auch die Psychohistorik – eine SciFi-Wissenschaft, die realer ist, als man denkt.
Schläft ein Lied in allen Dingen
In seinem Gedicht „Wünschelrute“ von 1835 definiert Eichendorff die Rolle der Dichtung als Werkzeug, das das wahre Wesen der Welt enthüllt: Ein Zauberwort bringt die Welt zum Klingen. Eine gute Positionierung schafft etwas ganz Ähnliches – vorausgesetzt, sie hält sich an die Eichendorffschen Regeln.
Warum „Find your why“ eine schlechte Strategie ist
Alle reden darüber, wie wichtig es ist, das eigene Why zu finden. Dabei ist das spieltheoretisch betrachtet in vielen Fällen eine ziemlich schlechte Strategie.
Der ROI ist eine gefährliche Maßzahl
Es gibt Fälle, in denen ist ein guter ROI ein Zeichen dafür, dass man zu wenig ausgibt und weniger verdient als man könnte.
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